Re: welche Reformation?
Geschrieben von Ahmet am 25. Mai 2000 13:06:38:
Als Antwort auf: Reformation im Islam? geschrieben von Peter am 25. Mai 2000 00:09:49:
Hallo Peter,
>> ich finde deine Beitrag sehr beachtlich, weil er meine Vorstellung von Islam
>> verändert. Ich habe allerdings noch so ein paar Fragen, die vielleicht
>> typisch abendländisch-christlich sind. Ich stelle sie trotzdem, weil zu
>> diese christlichen Tradition die Neugier gehört.
Ich muss mal etwas gleich vorwegnehmen. Du glaubst wohl, das ich mich zur Religion des Islam bekenne. Das ist aber nicht so. Ich gehöre nicht zur Institution "Islam". Ich bin aber dennoch sehr Gottergeben, obwohl ich keiner Religion zugehöre. Ich akzeptiere jedoch auch den Islam unter allen Religionen und hatte deshalb auch den Gruss angepasst(Salam). Über die Bedeutung des Wortes "Islam", wenn Du möchtest, könnten wir noch in einem anderen Zusammenhang dikutieren.
>> Ich bin ganz damit einverständen, wenn Prophetentum etwas Ganzheitliches des
>> Menschen ist. Aber zu diesem Ganzheitlichen gehören doch auch seine
>> Traditionen und seine geistigen und geistlichen Wurzeln. Die Reformation um
>> und vor allem nach Luther hat sich daran versucht ausschließlich auf die
>> Bibel der Christen alles zurück zu führen. Dieser Versuch scheiterte, weil
>> Gottes Weg auch nach der Schriftlegung seines bisherigen mit uns weiter geht.
Da hast Du recht. Wir konnten Martin Luthers Idee nicht gänzlich folgen, weil eine Kultur besteht und man diese nicht einfach ändern kann. Das geschah auch z.B. im Hinduismus, als Siddartha(Buddha) das Kastensystem und alles was dazugehört verworfen hatte. Auch im Buddhismus gibt es nach wie vor die Reinkarnation vor dem Nirvana(Himmel) weil die Kultur nicht veränderbar ist. Für mich persönlich ist die Kultur nicht mit dem Willen Gottes vergleichbar. Das heisst, ich trenne Kultur vom Glauben an Gott. Für mich ist das Verhalten des Menschen sehr mit Gott verbunden, was auch an jeder Stelle der Welt die gleichen Gefühle(Schmerzen, Freude, Liebe, Leid u.s.w.) auslösen. Das habe ich nicht einfach erfunden, nein, das ersehe ich auch in den heiligen Schriften(Rigveda, Thora, Evangelien, Koran). Denke nach, warum es die Zehn Gebote gibt. Verstehst Du wirklich jedes Gebot?
>> Also entwickelst du Gedanken, die für Protestanten absolut verständlich und
>> ehrbar sind. Aber ich verstehe einen Punkt eigentlich nicht so recht. Wenn
>> du der Maßstab für deine Prophetie bist, warum wird dann das Propehtische
>> Wirken deiner Vorläufer so abgewertet, dass nur noch einer übrig bleibt, der
>> als Steinbruch benutzt wird? Gewiss, das klingt wie ein Vorwurf, ist aber
>> nicht böse gemeint. Vielleicht kannst du mir diese Widerspruch erklären,
>> weil auch in "christlichen" Argumentationen vorkommt.
Ich verstehe deine Frage betreff "abwertend"nicht ganz. Habe ich etwas oder jemanden abgewertet? Kannst Du mir das etwas klarer wiedergeben?
Also zuerst möchte ich klar stellen, dass ich nicht ein selbstgenannter Prophet oder so etwas bin. Unter Prophet verstehe ich einen ganz normalen Menschen, der es auf irgend eine Weise geschnallt hat, was Gott von der Menschheit will. Aber als Prophet wird dieser Mensch erst bezeichnet(von späteren Generationen), wenn dieser auch etwas in diese Richtung(Gott) unternommen hat (Rebellion u.s.w.). Ich habe nichts in diese Richtung unternommen und kann mich selbst ohnehin nicht als Prophet sehen. Das gehört sich nicht als Mensch.
Ich verehre nicht, aber ehre die Taten und Ideen aller Propheten. Ob Noah, Moses, Jesus oder Mohammed. Sie waren alle ein Zeichen Gottes. Aber die Kultur ist eine Angewöhnung der Menschheit, die in verschiedene Richtungen (weg von der Einheit) sich entwickeln kann.
Gruss
Ahmet
>>Peter