Re: Muslime lehnen die Demokratie [...] ab,
Geschrieben von Mustafa am 21. Juni 2002 01:53:54:
Als Antwort auf: Re: Muslime lehnen die Demokratie [...] ab, geschrieben von Klaus am 20. Juni 2002 22:14:04:
Salam Klaus,
erstens : der verfasser des Apells ist anomym. Der Poster postet, was nicht heisst dass er undedingt die Meinung deren teilt. ferner Klaus habe ich es satt immer immer wieder das selbe Thema aufzurollen. Ich hatte in vielen Foren so oft darüber geschrieben dass so einige die mich seit langem kennen genervt sein müssten. Ausserdem falls es dich wirklich brennend interessiert dann würdest du auch Anstrenungen unternehmen die Position der Muslime besser zu verstehen. Wie wärs mal wenn du paar Bücher aufmerksam durchlesen würdest ? Anstatt hier zu schreiben "sorry das ist zu wenig", denn ich muss nicht jedem hinterherlaufen und irgendwelche Bildungslücken schliessen. das Unwissen ist gar nicht mal so dass was mich stören würde sondern eher der respektlose Umgang miteinander.
Der Schlüsselsatz der Charta lautet : "Das islamische Recht verpflichtet Muslime in der Diaspora, sich grundsätzlich an die lokale Rechtsordnung zu halten. In diesem Sinne gelten Visumserteilung, Aufenthaltsgenehmigung und Einbürgerung als Verträge, die von der muslimischen Minderheit einzuhalten sind."
Nun vergleiche man dies mit Stellen aus islamischen Werken z.B
"Ibni Abidin (Angaben siehe unten) schreibt in "Redd ül Muchtar" in Thema "Richterschaft" : "In Nicht-muslimischen Staaten gibt es eine Notwendigkeit deren Gesetze zu gehorchen (nicht zu brechen). Es ist in keinster weise erlaubt deren Güter, Leben und Ehre anzugreifen."
Ibni Abidin schreibt als er die "Baghi" berichtet : " Wenn Muslime in einem Land sicher und frei beten können (ihre Religion ausüben können) und in Frieden leben können, ist es nicht erlaubt gegen die Regierung Aufstand zu machen. Falls die Regierung Unrecht tut und das Entgegentreten gegen das Unrecht Fitna (Zwietracht, Bürgerkrieg, Chaos, Unruhe) verursacht auch dann ist es nicht erlaubt."
an einer weiteren Stelle :"Wer freiwillig in ein nichtislamisches Land einreist, muss sich an die Abmachungen halten. In Ibn-i Abidin heißt es zu den "Die Bestimmungen des Musta'man":
"Musta'man: Derjenige, der Amaan (Schutz, Sicherheit) ersucht und dem dieser gewährt wird. Im islamischen Recht ist es derjenige, der ob Muslim oder Nichtmuslim, in das Land einer anderen Nation (entweder islamische oder nicht islamische Nation, Hinzfgng) mit Amaan , also einem Pass, einreist. Wenn ein Muslim mit Amaan in das nicht-islamisches Gebiet reist, dann ist die Schädigung von Leib, Besitz und Ehre haram (verboten). Denn Muslime stehen fest zu ihren Bedingungen. [..] Denn der mit Amaan (legal) eingereiste Muslim hat eingewilligt, ihre Rechte nicht zu übertreten. Von daher ist es haram Verrat gegen sie auszuüben." (Ibni Abidin, Isanbul., Band. 8, S. 439 und 441).In Fatawayi Hiniyye ist inhaltlich dasselbe enthalten
So was heisst das jetzt Klaus unter anderem ? Wir Muslime tun nichts in der Art das Staatssystem anzugreifen mit Gewalt oder auch mit Propaganda, da dies verursachen des "Fitna" genannten Zwietracht ist, was islamisch verboten ist.
[Ibni Abidin : Seyyid Emin bin Ömer bin Abdulaziz. Islamischer Rechtsgelehrter (Faqih). 1784 in Damaskus geboren und 1836 ebenfalls dort gestorben. Einer seiner Lehrer war der berühmte Gelehrte Mewlana Halid-i Bagdadi. Er hat den berühmten Erläuterungsbuch zu "Dürr ül Muchtar" , den "Redd ül Muchtar" geschrieben in fünf Bänden. Es ist einer der wertvollsten Werke der Hanafi-Rechtsschule der sunnitischen Muslime. Es wurde gedruckt und seine Fatwas genauso. Das Werk ist auch ins Türkisch übersetzt worden von dem Gelehrten Ahmed Dawudoglu. ]
Also : die Demokratie wird nicht von Muslimen gefährtdet. Nun gibt es aber Sekten und kleine Splitterungen unter den Muslimen die Extremistisch sind und die eigenwillige Interpretationen aus dem islamischen quellen machen, was wir nicht akzeptieren.
Mustafa